Sildenafil
Sildenafil ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung von erektiler Dysfunktion (im Volksmund auch Impotenz genannt) eingesetzt wird. Er wurde das erste Mal 1998 von der US-amerikanischen Firma Pfizer in gestuften Wirkstärken auf den Markt gebracht. Der Arzneistoff auch unter dem häufig verwendeten Namen „Viagra“ bekannt. Es ist anzunehmen, daß sich die Bezeichnung Viagra aus den Begriffen vigor (lat. für Stärke) und Niagara zusammen setzt. Das Medikament wurde vor allem im Internet millionenfach mittels Spam-Mails beworben und erhielt vor allem dadurch große Bekanntheit.
In Deutschland, Österreich und Schweiz ist dieses Arzneimittel verschreibungspflichtig. Gewisse Internetversandhändler, meist aus de USA, versprechen, die Tabletten auch ohne das notwendige Rezept in alle Teile der Welt zu schicken. Von solchen Bestellungen ist jedoch stark abzuraten, denn abgesehenen von den möglichen Nebenwirkungen setzt man sich dem Risiko aus, gefälschte und verunreinigte Produkte zu erhalten.
Sildenafil ist ein Arzneistoff der Wirkstoffklasse der PDE-5-Hemmer. Er ist nicht der einzige Arzneistoff dieser Klasse, war jedoch der erste dieser Wirkstoffklasse auf dem Markt.
Wirkung
Der Wirkstoff Sildenafil gehört zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. Das heißt, daß dieser Wirkstoff das Enzym Phosphodiesterase-5 blockiert und somit den Abbau von zyklischem Guanin-Monophospat (cGMP ) verzögert. Das cGMP ist ein Botenstoff, der dafür sorgt, dass Blut in die Schwellkörper des männlichen Geschlechtsorgans strömt und somit eine Erektion zustande kommt. Durch die Einnahme von Sildenafil bleibt also mehr cGMP im Umlauf und die Erektion wird verbessert. Wie alle PDE-5-Hemmer führt auch Sildenafil nicht “automatisch” zu einer Erektion, sondern ermöglicht, dass der Körper bei Erregung mit einer Erektion reagieren kann. Ohne sexuelle Stimulation löst Sildenafil keine Erektion aus. Der gleiche Wirkmechanismus trifft auch für die Substanzen Tadalafil und Vardenafil zu
Dauer der Wirkung
Die Wirkung von Sildenafil (Viagra) setzt etwa eine Stunde nach der Einnahme ein und kann bis zu fünf Stunden anhalten. Die Tablette sollte also etwa eine Stunde vor Geschlechtsverkehr eingenommen werden, die genaue Zeit bis zum Eintreten der Wirkung liegt bei etwa 15- 60 Minuten. Der genaue Ausmaß und die Dauer einer Erektion hängen vom Blutzufluß und Blutabfluß in den Schwellkörpern des Penis ab. Fettreiche Speisen können die Wirkung von Sildenafil verzögern. Sildenafil darf maximal täglich und in einer Höchstdosis von 100 mg eingenommen werden.
Wie auch andere Wirkstoffe in Medikamenten wirkt Sildenafil nicht immer und nicht in jedem Fall. Doch bei etwa 80% der Männer kann eine Verbesserung erreicht werden.
Einsatz bei Frauen
Der Wirkstoff ist nicht für Frauen geeignet und Tests an Frauen mit sexuellen Funktionsstörungen haben keine brauchbaren Ergebnisse geliefert. Der Pharmakonzern Pfizer hat zwar jahrelange Untersuchungen durchgeführt, um ein ähnliches gewinnbringendes Medikament für Frauen auf den Markt zu bringen, das Unternehmen geriet jedoch unter Kritik ein gezieltes Krankheitsbild zu schaffen, da die Ursache der weiblichen sexuellen Funktionsstörung nicht so leicht nachweisbar ist.
Nebenwirkungen
Sildenafil sollte grundsätzlich nur nach Verschreibung durch einen Arzt eingenommen werden und ist in drei Wirkungsformen erhältlich: jeweils 25, 50 oder 100 mg pro Tablette. Doch wie alle Medikamente kann auch Viagra Nebenwirkungen auslösen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, es können auch gelegentlich Hautrötung mit Hitzegefühl auftreten. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind: Verdauungsstörungen, Nasenverstopfung, Sehstörungen und Schwindel. Auch von Magenschmerzen, von abnormalen visuelle Wahrnehmungen, von Herabsetzung des Reaktionsvermögens oder von Rücken- und Muskelschmerzen wurde bereits berichtet.
Sildenafil darf von Männern mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und von Patienten, die Nitrate einnehmen nicht angewendet werden. Dasselbe gilt für Menschen, die unter einer Erkrankung des Sehnervs litten, sowie für Menschen, die erblich bedingte Erkrankung der Netzhaut aufweisen.